Mit Karacho kam er auf die Welt - Nicos Geburtsbericht



aus Papas Sicht



Es war die Nacht zum 27.08 gegen 1.00 Uhr, wo ich durch ein leises (mir kam es so vor wie gesungen *g*) "ich glaube es geht los .... ich glaub es geht los" wach wurde.

Ich stand also auf und ging in Richtung Küche,als mir meine Frau hektisch von der Toilette entgegen kam mit den Worten
"es geht los, ich glaube ich hatte einen Blasensprung".

Aus irgend einem Grund brachte mich das irgendwie noch nicht aus der Ruhe... habe mir erst mal was zu trinken geholt,
Bin dann an den Rechner gegangen und habe erst mal in aller Seelenruhe den Film von der Digi-Cam ausgelesen.
Meine Frau hat in der Zeit mit dem Krankenhaus telefoniert und die sagten ihr, sie solle sich langsam auf den Weg machen.
Gut, der Film war leer, meine Frau wurde immer nervöser, aber bei mir tat sich mit der Nervosität noch gar nichts!
Hab noch schnell ein Photo von meiner immer hektischer werdenden Frau gemacht... meinen Klinikkoffer gepackt
(Handy, Digicam, Zigaretten *schäm* und Portemonnaie)
und dann ging es Richtung Krankenhaus.

Ein Traum von Fahrt 1.20 Uhr Nachts - und kein Auto auf der Straße.
Wir hatten nur 22 km zum Krankenhaus, also 10 Minuten später waren wir fast da!
Ich glaube, es war dann doch ein Anflug von Nervosität, die sich kurz bei mir breit machte, als ich versuchte den Eingang des Krankenhauses über den Fußweg, der nur 2 Meter breit war und schnell schmaler wurde, mit dem Auto zu erreichen (der Bordstein war auch recht hoch). Nun gut, zurückgesetzt und das ganze noch mal mit der Einfahrt versucht. Ab jetzt ging alles so ziemlich wie immer los ... halt wie bei einer Untersuchen beim Frauenarzt und ich war immer noch nicht nervös!? Die Hebi sagte nur was vom kapitalen Blasensprung, Mumu fingerdurchlässig und es würde noch seeeehr lange dauern. Ich kriegte auch noch mit, wie die Hebi versuchte, den Kopf vom Lütten ein wenig zurückzudrücken ... hätte sie besser nicht machen sollen, er dichtete wohl den Rest nach außen ab... dann aber halt nicht mehr, sie sprang einen Schritt zurück und hatte jetzt auch Fruchtwasser abbekommen *g*.

Jedenfalls schickten sie mich um 3.00 Uhr wieder nach Hause mit den Worten: Morgen früh geht es weiter (spazieren gehen, Wanne u.s.w.) ich brachte meine Frau noch auf ihr Zimmer und fuhr dann nach Hause. Als ich zuhause angekommen war machte sich auch bei mir die Hektik breit .... wollte noch schlafen, war aber fast unmöglich!
Um 5.17Uhr klingelte das Telefon ...... es war das Krankenhaus, die Hebi sagte mir mit den Worten " es ist soweit, kommen sie bitte schnell, aber fahren sie vorsichtig" das es jetzt endgültig losgeht!

PANIK
machte sich JETZT bei mir breit ... mir war klar, dass, wenn ich jetzt wieder nach Hause komme, es nie wieder so sein wird, wie es war.
Ich fuhr also los ... keine Ahnung wie die Strecke ausgesehen hat... mir schoss auf der Fahrt so viel durch den Kopf. Um ca. 5.35 Uhr irrte ich auf der Entbindungsstation rum, bis mich eine Hebi mit wild schwingenden Armen zum Kreissaal dirigierte.
Als ich durch die Tür kam fragte meine Frau nur noch "darf ich jetzt pressen" - sie hatte wirklich das Ganze noch ein wenig zurückgehalten , damit ich dabei sein kann.(es war wohl nix - mit :es wird lange dauern) Ich stellte mich an das Kopfende und hielt ihren Kopf, eine Hebi drückte mir ne Atemmaske in die andere Hand und sagte ich sollte meine Frau damit mit Sauerstoff versorgen. Die Nervosität hatte mich jetzt auch eingeholt. Ich drückte ihren Kopf beim Pressen zum Bauch runter und fuchtelte mit der Maske vor ihrer Nase herum. Da ich nicht wusste, was ich sagen sollte, habe ich lieber das Maul gehalten. Ein Auge von mir schielte immer Richtung Unterleib. Da ich aber den Mut nicht aufbrachte, mir das genau anzusehen ( hatte meine Bedenken, man hat ja schon von gehört, dass es Männer gibt, die danach ihre Frau abstoßend finden oder so) betrachtete ich immer, wenn es heikel wurde, die Desinfektionsflasche auf dem Nachtschrank gegenüber.
Um 6.06Uhr war es dann geschafft: Ich war Vater (bis jetzt konnte ich es noch gar nicht fassen). Die Hebi drückte mir ne Schere in die Hand und sagte, ich solle die Nabelschnur durchschneiden.... (eins weiß ich, die Schere war bestimmt stumpf). Ich riederte so ca. 1/2 Minute mit der Schere auf dieser Nabelschnur rum ( Mann, war die zäh ), bis sie dann endlich durch war.Jetzt kam der Kleine auf den Bauch meiner Frau und ich konnte ihn mir erst mal genau betrachten. Also - voll süß, keine Käseschmiere und auch gar nicht schrumpelig... aber es war noch nicht zu fassen. Er wurde erst mal gestreichelt und wollte auch gleich was trinken. Danach kam eine Hebi zum Vermessen des Kleinen... ich durfte mithelfen (die Daten auf nen Zettel schreiben). Und dann kam der Augenblick, wo mir noch heute feucht um die Augen wird, wenn ich dran denke ... Die Hebi zog den Süßen an und ......... sie drückte mir MEINEN SOHN in den Arm.

Nun standen wir beide da mitten im Raum - ich 33 Jahre, noch nie vorher ein Kind auf dem Arm - er 1 Stunde alt und hilflos wie ich.

Aber die Gefühle, die einem dann durch den Körper schießen, kann ich jetzt wirklich nicht beschreiben. Man muss es einfach selber erlebt haben (Glück ,Stolz ,Freude und noch soooo viel mehr). Der Kleine musste dann wieder nach Mama, denn er hatte schon wieder Hunger! Man ließ uns jetzt noch 2 Stunden mit unserem Sohn alleine (wo ich erst mal richtig meine Frau und meinen Sohn durchkuschelte) bis meine Frau dann auf ihr Zimmer kam. Nun fuhr ich erst mal nach Hause. Ein stolzer Vater mit nem Strafzettel in der Tasche (habe in der ganzen Hektik die Parkscheibe vergessen) der seine kleine Familie um 16.00 Uhr wieder im Krankenhaus besuchte und sie dann auch mit nach Hause nehmen durfte, um sie da zu verwöhnen.